Ein Insektenhotel aus Holz steht zwischen lila Blühpflanzen. Es bietet Wildbienen, Marienkäfern und Florfliegen Schutz und fördert die Artenvielfalt.

Nachhaltig gärtnern: Warum Unterschlupf für Insekten so wichtig ist

Die Natur gerät aus dem Gleichgewicht. Monokulturen, Pestizide und versiegelte Flächen nehmen Insekten den Lebensraum. Dabei sind sie unersetzlich: Wildbienen bestäuben Obstbäume, Marienkäfer vertilgen Schädlinge, und Schmetterlinge fördern die Biodiversität. Ohne sie hätten wir weniger Blüten, weniger Ertrag im Garten und eine gestörte Ökologie.
Ein insektenfreundlicher Garten schafft nicht nur einen sicheren Rückzugsort für diese Nützlinge, sondern bringt auch viele Vorteile für Pflanzen und Boden. Doch warum genau brauchen Insekten Unterschlupf? Und wie kannst du deinen Garten mit einfachen Maßnahmen in eine blühende Oase für Bestäuber und Schädlingsbekämpfer verwandeln?


Warum finden Insekten immer weniger Lebensraum?

Die Insektenpopulation ist in den letzten Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass rund 75 % der fliegenden Insekten in Europa verschwunden sind. Doch warum?

🌾 Intensive Landwirtschaft: Pestizide und Monokulturen verringern das Nahrungsangebot.
🏙 Urbanisierung: Gärten und Landschaften werden versiegelt oder zu stark aufgeräumt.
🍃 Fehlende Vielfalt: Einförmige Rasenflächen ersetzen Wildblumenwiesen.
🔥 Klimawandel: Häufige Hitzewellen und Wetterextreme erschweren das Überleben.

Ohne geeignete Rückzugsorte verlieren viele Nützlinge ihre Überlebensgrundlage. Deshalb ist es umso wichtiger, ihnen gezielt Schutzräume anzubieten.

Welche Insekten profitieren von einem naturnahen Garten?

Ein insektenfreundlicher Garten hilft nicht nur Bienen. Verschiedene Arten nutzen geschützte Rückzugsorte für Brut, Nahrungssuche oder Überwinterung:

🐝 Wildbienen – Bestäuben Pflanzen und sind oft effektiver als Honigbienen.
🦋 Schmetterlinge – Fördern die Blütenvielfalt und sehen wunderschön aus.
🐞 Marienkäfer – Fressen Blattläuse und andere Schädlinge.
🐜 Florfliegen – Die Larven vertilgen Blattläuse und Spinnmilben.
🐝 Hummeln – Sind auch bei kühlem Wetter aktiv und bestäuben Obstbäume.
🦟 Schwebfliegen – Nützliche Bestäuber, deren Larven Schädlinge fressen.

Ein artenreicher Garten sorgt dafür, dass diese Nützlinge genügend Nahrung und Unterschlupf finden – ein Gewinn für die Natur und den Menschen.

Wie profitieren dein Garten und deine Pflanzen davon?

Ein naturnaher Garten bringt zahlreiche Vorteile:

🌱 Bessere Bestäubung – Mehr Wildbienen und Schmetterlinge sorgen für eine reiche Blüten- und Fruchtbildung.
🐞 Natürlicher Pflanzenschutz – Marienkäfer und Florfliegen halten Schädlinge in Schach.
💧 Gesunde Böden – Insekten und Mikroorganismen verbessern die Bodenqualität.
🦜 Mehr Vielfalt – Ein lebendiger Garten zieht auch Vögel und andere Nützlinge an.
🌿 Weniger Pflegeaufwand – Ein stabiles Ökosystem braucht weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel.

Mit wenig Aufwand kannst du so nicht nur die Umwelt unterstützen, sondern auch deinen eigenen Garten langfristig gesünder und schöner machen.

Ein naturnaher Garten mit bunten Blumen, einer Wasserstelle und einem idealen Lebensraum für Insekten. Ein perfekter Standort für ein Insektenhotel

Standortwahl und Bauweise: Worauf kommt es an?

Ein geschützter Unterschlupf für Insekten muss strategisch gut platziert sein, damit er von den Tieren angenommen wird. Wichtig sind:

🌞 Sonnige, trockene Plätze: Direktes Sonnenlicht hilft beim Warmhalten.
🏡 Regengeschützter Standort: Unter einem Dachvorsprung oder Baum platziert, hält der Unterschlupf länger.
🌼 Nahe an Blühpflanzen: So finden Insekten direkt Nahrung.
🌳 Kein ständiges Umsetzen: Insekten brauchen feste, vertraute Plätze.

Beim Bau kannst du Naturmaterialien wie Holz, Lehm oder Stroh verwenden. Falls du dir den Eigenbau sparen möchtest, gibt es bereits fertige Modelle. Ein hochwertiges Insektenhotel von Pauls-Muehle ist beispielsweise eine ideale Möglichkeit, um verschiedenen Insektenarten eine sichere Unterkunft zu bieten.

Checkliste: So machst du deinen Garten insektenfreundlich

✅ Maßnahme Warum es hilft
🌸 Wildblumenwiese anlegen Bietet Nektar für Bienen & Schmetterlinge
🏡 Unterschlupf schaffen Sorgt für geschützte Brut- und Überwinterungsplätze
🚫 Pestizide vermeiden Schützt Nützlinge und fördert natürliche Schädlingsbekämpfung
🌳 Totholz und Laub erhalten Lebensraum für Käfer, Florfliegen & Wildbienen
💦 Wasserstellen bereitstellen Hilft Insekten bei Trockenheit
🛖 Lehm- und Sandflächen lassen Bieten Nistplätze für bodenbrütende Wildbienen
🍃 Kräuter blühen lassen Lavendel, Thymian & Oregano ziehen Bestäuber an

Durch diese einfachen Schritte entsteht ein nachhaltiger, lebendiger Garten, in dem sich Mensch und Natur wohlfühlen.

Nahaufnahme einer Wildbiene, die in einer Bambusröhre eines Insektenhotels sitzt. Ein artgerechter Unterschlupf unterstützt Bestäuber im Garten.


„Naturnahe Gärten sind die Zukunft“ – Interview mit Gartenexperte Max Lehmann

Immer mehr Menschen möchten ihren Garten insektenfreundlich gestalten. Doch wie geht das richtig? Max Lehmann, Gartenexperte und Autor mehrerer Bücher über nachhaltiges Gärtnern, erklärt, warum Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten so wichtig sind und wie man mit einfachen Maßnahmen die Artenvielfalt unterstützt.

Herr Lehmann, warum brauchen Insekten geschützte Rückzugsorte?

Max Lehmann: „Viele Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer finden heute kaum noch geeignete Nist- oder Überwinterungsplätze. In aufgeräumten Gärten fehlen alte Holzstücke, offene Sandflächen oder dichte Hecken, die Insekten als Versteck nutzen. Gleichzeitig verschwinden immer mehr natürliche Lebensräume durch Bebauung und intensive Landwirtschaft. Wenn wir wollen, dass Bestäuber und Schädlingsbekämpfer in unseren Gärten bleiben, müssen wir ihnen bewusst sichere Rückzugsorte bieten.“

Welche Insekten profitieren besonders?

Max Lehmann: „Die bekanntesten sind sicher die Wildbienen, die für die Bestäubung vieler Pflanzen unersetzlich sind. Aber auch Marienkäfer und Florfliegen sind extrem wichtig, weil sie Blattläuse vertilgen. Schmetterlinge brauchen geschützte Ecken für ihre Raupen, und Ohrwürmer helfen ebenfalls bei der natürlichen Schädlingsregulierung. Ein artenreicher Garten zieht zudem mehr Vögel an, die sich ebenfalls von Schadinsekten ernähren.“

Was sind häufige Fehler bei Insektenunterkünften?

Max Lehmann: „Der häufigste Fehler ist die falsche Platzierung. Ein Insektenhotel sollte unbedingt an einem sonnigen, trockenen Ort stehen – idealerweise nach Süden ausgerichtet. Wenn es feucht wird oder zu viel Schatten bekommt, ziehen die Insekten nicht ein. Auch das Material ist wichtig: Plastik oder behandeltes Holz sind ungeeignet. Stattdessen sollte man auf natürliche Materialien wie Schilfrohr, Holz oder Lehm setzen. Und ganz wichtig: Es muss regelmäßig kontrolliert werden. Ein ungepflegter Unterschlupf kann Parasiten anziehen.“

Ihr wichtigster Tipp für einen insektenfreundlichen Garten?

Max Lehmann: „Der beste Tipp: Nicht zu ordentlich sein! Viele denken, dass ein gepflegter Garten immer aufgeräumt sein muss, aber genau das ist das Problem. Ein paar wilde Ecken mit Totholz, Blühstreifen oder Sandflächen bieten unglaublich wertvolle Lebensräume. Wer zusätzlich noch ein gutes Insektenhotel von Pauls-Muehle aufstellt, schafft optimale Bedingungen für Wildbienen und andere Nützlinge.“

Welche Pflanzen eignen sich besonders gut?

Max Lehmann: „Viele klassische Zierpflanzen bringen Insekten nichts, weil sie keinen Nektar oder Pollen haben. Ich empfehle heimische Wildblumen und Kräuter wie Lavendel, Salbei, Thymian, Kornblumen, Wiesenschaumkraut oder Glockenblumen. Eine Mischung aus früh- und spätblühenden Pflanzen ist ideal, damit Insekten das ganze Jahr über Nahrung finden.“

Wie kann man mit wenig Platz helfen?

Max Lehmann: „Auch mit einem Balkon oder einem kleinen Garten kann man viel bewirken. Ein Balkonkasten mit Kräutern, eine kleine Insektenunterkunft an der Wand oder eine Schale mit Wasser als Trinkstelle für Bienen sind einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen. Jeder Quadratmeter zählt!“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Max Lehmann: „Mehr Bewusstsein für naturnahe Gärten. Wir brauchen keine perfekten Rasenflächen und sterile Beete – wir brauchen lebendige, vielfältige Gärten. Ein Garten voller Bienen, Schmetterlinge und Vögel ist nicht nur schön, sondern auch ein Zeichen für eine gesunde Umwelt.“


Ein artenreicher Garten – gut für die Umwelt, gut für dich

Die Natur braucht Schutzräume – und du kannst aktiv helfen. Mit wenigen gezielten Maßnahmen verwandelst du deinen Garten in einen wertvollen Lebensraum für Insekten. Wildbienen, Schmetterlinge und Marienkäfer danken es dir mit einem gesunden, blühenden Garten und einer natürlichen Schädlingsregulierung.

Jeder Quadratmeter zählt: Schon ein kleines Blumenbeet oder ein geschützter Unterschlupf kann einen Unterschied machen. Also, worauf wartest du? Starte noch heute mit nachhaltigem Gärtnern!

Bildnachweis: radarman70, danylamote, P.G / Adobe Stock